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Gruppe 0: EP Entwerfen 3

 

POZUZO

Die Poetik der Vielheit

1:1 Realisierungsprojekt am ./studio3

Im Rahmen der Bachelorarbeit entwickeln und bauen wir eine kleine Architektur am anderen Ende der Welt, in Pozuzo, Peru. Dieses Projekt reiht sich ein in die Design Build Projekte des ./studio3.

Pozuzo verfügt über eine kulturelle Eigenart. 1857 machten sich rund 300 Tiroler und Rheinländer auf, getrieben von der Armut, den Revolutionen und Aufständen in Europa, zu einer Reise ohne Wiederkehr nach Peru. Nur die Hälfte davon erreichte nach zweijähriger Irrfahrt ihr Ziel Pozuzo am Rande Amazoniens. Ihre Nachfahren leben noch heute dort und sprechen „Tirolisch“ und halten an kulturellen Besonderheiten fest.

Der Verein Freundeskreis für Pozuzo, dessen Zweck die Förderung und Pflege der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Tirol und den Nachfahren der Kolonisten in Pozuzo ist, ist an das studio3 herangetreten, um vor Ort eine interkulturelle Schnittstelle für ihre Aktivitäten zu errichten.

Mit der „Poetik der Vielheit“ umschreibt der französische Schriftsteller, Dichter und Philosoph Édouard Glissant eine Idee der interkulturellen Kommunikation, welche nicht dieses mit jenem verbindet, sondern alles mit allem verbindet. Die „Kreolisierung“ nach Glissant ist ein Zusammenspiel von heterogenen, aber unbedingt als gleichrangig geltenden kulturellen Elementen, die dabei zwar verwandelt, aber nicht wie in einem Schmelztiegel aufgelöst werden.

Dieser Ansatz wird methodisch mit dem Semesterthema der Assemblage vereint und weiterentwickelt. Wir stellen uns der Herausforderung, Möglichkeiten eines globalen Austauschs durch den gemeinsamen Prozess des Entwerfens und Bauens zu finden, Kulturen nicht zu homogenisieren, sondern ein eigenständiges Repertoire zu finden, aus dem Neues entstehen kann.

Wir versuchen somit nicht nur architektonische Elemente und Eigenheiten neu zu interpretieren, weiterzuentwickeln und zusammenzufügen –wir wollen darüber hinaus materielle und immaterielle, kulturelle und künstlerische Bausteine für eine Poetik der Vielheit finden und diese Bausteine zu einer räumlichen Assemblage fügen. Scheinbar widersprüchliches, kurioses, alltägliches, natürliches und gefundenes wird zusammengefügt, komponiert und zu einer identitätsstiftenden, räumlichen, dreidimensional auf den Bauplatz gestrickten Assemblage vereint. Überraschende, zufällige, unerwartete und unbekannte Momente der Assemblage sind die Essenz für die zu entwickelnde kleine Architektur.

Raumprogramm/Funktionsprogramm:

 Innenraum:
 - Büro mit Aufenthaltsbereich 25-30m² - zum Arbeiten und Besprechen.
 - Teeküche 6m²
 - Übernachtungsmöglichkeit für 2-4 Personen 25m²
 - WC 3-5m²
 - Dusche 3-5m²
Abstellraum oder Staubereich in Möbel integriert
Gesamt Innenraum ca. 60-70m²

Aussenbereich:
Überdachter Aussenbereich ca. 60m²
Sitzlandschaft – Markt – Einbindung in die Umgebung, das Grundstück und die Landschaft


Lehrende:

Walter Prenner
Verena Rauch

Semester:

WS 21-22