SORTIERT NACH[mehrfache Wahl möglich]

Gruppe 1: EP Entwerfen 3

Gruppe 1: Felix Steinbacher und Teresa Stillebacher

 

FIRST WE SAVE THE RAVE
techno landscapes and a stage

Im Rahmen der Bachelorarbeit wird in Kooperation mit der Stadt Innsbruck ein Entwurfsprojekt entwickelt, das an einem Standort in Innsbruck im Sommersemester zusammen mit den Studierenden realisiert werden wird.  
Bei dem Bauplatz handelt es sich um den kleinen Park am Messevorplatz Innsbruck. Dieser Park wird von der Stadt zu einem kühlen urbanen Lebensraum für eine resiliente Gesellschaft umgestaltet und soll mit Veranstaltungen im Frühling und Sommer 2022 bespielt werden. Für diese Veranstaltungen soll eine Bühne bzw Bar von den Studierenden entwickelt und umgesetzt werden.


techno landscapes
Den Ausgangspunkt bildet eine architektonische Auseinandersetzung mit dem Thema der Landschaft. Der gesamte Park dient als Areal dieser Auseinandersetzung und wird von den Studierenden im Hinblick auf den Dualismus künstlich - natürlich bearbeitet und eben diese Binarität soll in Frage gestellt werden. Individuelle architektonische Ästhetiken und Arbeitsweisen stellen sich ein, welche zu einer spezifischen Entwurfsmethodik führen. Diese dient dem folgenden Bühnenentwurf als Basis.

Die derzeitige Klimakrise, im Besonderen die Rolle des Erdbodens im Post-Anthropozän, wurde als Anlass genommen im Sinne der Assemblage mit gefundenen artifiziellen Objekten und Gegenständen, mit natürlichen Materialien sowie Elementen von Landschaften zu arbeiten. So stehen organische Objekte einer überzeichneten Künstlichkeit gegenüber, krachen Maschinen auf Körperteile, werden Blumen seziert oder schüttet sich die Wegwerfgesellschaft über eine sogenannte ‚unberührte‘ Natur.
Übergänge bilden sich, Grenzen verschwimmen und lassen eine neue Landschaft entstehen. In dieser vermengen sich Produkte maschineller und technologischer Prozesse, Menschengemachtes sowie “natürlich” Generiertes - die Synthese eines natürlich - artifiziellen Hybrids in Form einer heterogenen Assemblage beginnt.
- ein techno landscape.

    “It Is Not Down in Any Map; True Places Never Are” Herman Melville, Moby Dick

Es sollen Fragen aufgeworfen werden, die sich mit den Auswüchsen des Anthropozän beschäftigen, mit Destabilität und Fragilität, mit den Hinterlassenschaften und menschlichen Abdrücken, den Deponien und Verlassenschaften, dem Synthetischen und dem schönen Trash. Objekte, Phänomene, Landschaften wurden collagiert, um sich dann in ein neues tektonisches Gefüge zusammenzufinden, auf der Suche nach dem Unvorhersehbaren, dem Überraschenden und den ‚zufälligen‘ Möglichkeiten die unsere neue Parklandschaft bildet.

a stage
Die Bühne ist ein Teil dieser Landschaft, ein Ausschnitt, der entnommen werden und am Bauplatz implantiert werden kann. Dieser cut out soll wie die Landschaft neuartige Relationen zwischen scheinbar Unverwandtem generieren, welche Reflektionen über unsere Beziehungen zu unserer Umwelt anstoßen. Die Bühne stellt eine Insel, eine terra incognita, einen common ground dar, positioniert sich in Ihrer heterogenen und unvorhersehbaren architektonischen Ästhetik weder als extraterrestrischer Fremdkörper noch stimmiges Passstück. Wir beginnen uns als Elemente mikro- sowie makroskopischer Gefüge wahrzunehmen und unsere Position in unserer Umwelt zu hinterfragen.

 

 

 

 

METHODE 

Gleich zu Anfang wollen wir durch physische und digitale Modelle verschiedene Objekte zueinander bringen und so architektonische Skulpturen bauen. Wir beschäftigen uns mit Formen, Oberflächen, Texturen, Haptiken und Erscheinungsbild der Objekte und wollen untersuchen, wie auf spielerische Art und Weise eine neue Formensprache und architektonische Qualitäten entstehen können. Wie reagieren diese Objekte aufeinander? - Das Weiche auf das Harte, das Bunte auf das Farblose, das Glatte auf das Gekerbte, das Haarige auf das Nackte? Was passiert zwischen diesen Objekten?
Mit physischen und digitalen Experimenten wollen wir die besonderen Momente in diesen Aufeinandertreffen entdecken. 

Im nächste Schritt wollen wir die Assemblagen inhaltlich anreichern und auf deren architektonische Qualitäten untersuchen. Welche Räume entstehen? Welche Möglichkeiten bieten sich? Wie können die Qualitäten der künstlerischen Modelle in die gebaute Struktur eingearbeitet werden? Wie werden die Räume erschlossen? Wie könnten sie benutzt werde? Welche Funktionen ergeben sich daraus? Wie manifestieren sich die Konzeptgedanken in der Architektur? Die Architekturen die entwickelt werden sollen, sollen Räume beinhalten die für das gemeinsame Ritual stehen. Wie schaut die Architektur aus die dieses Rituale zulassen? Welche Räume ermöglichen uns das gemeinsame Erleben?

Semester:

WS 21-22

Termin[e]:

07.10.2021, 10.00h
erstes Treffen