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Virtual Reality

can´t figure you out

Seit jeher haben sich die Architektur und die Bildhauerei gegenseitig beeinflusst, ihre Konzepte ausgetauscht und ihre Formen übernommen. Doch seit dem 20igsten Jahrhundert verschwimmen die Grenzen der beiden Gattungen zunehmend. Es entstand ein fruchtbares Wechselspiel, das weit über die Moderne hinaus bis heute noch anhält und einen Dialog hervorbringt, der neben formalen und ästhetischen Überlegungen auch existenzielle, soziale, politische und ökologische Themen reflektiert.

Das Seminar Virtual Reality befasst sich einmal mehr mit dem Verhältnis von Architektur und Skulptur und nützt dabei den virtuellen Raum als erweitertes Experimentierfeld. Klassische Zuschreibungen wie jene der Architektur als Raumbildnerin und der Skulptur als Körperbildner werden dabei untersucht und deren Grenzen überwunden. Indem sich die Gestalter*in physisch involviert und Teil der Skulptur wird, wird die Differenz zwischen Subjekt und Objekt aufgelöst. In diesem Mit - oder Eins Werden mit dem Objekt wird aus der Skulptur eine Plastik und aus der Plastik Architektur. Durch die Eigenschaften des Virtuellen ergeben sich Betrachterpositionen und Raumkonstellationen, die in ihrer Ausdehnung und Vielansichtigkeit neue Wahrnehmungskategorien erzeugen.

Günther Domenig ist einer jener Architekten deren Werk durch ein skulpturales Verständnis von Architektur geprägt war. Das Seminar wird sich auch mit seiner Arbeit beschäftigen und sie im Dialog zwischen Architektur und Skulptur besprechen. Gegen Ende Seminars werden die im Rahmen der Lehrveranstaltung entstandenen Projekte, in der Ausstellung „THINKING DOMENIG“, einem Forschungs- und Ausstellungsprojekt über Architekt Günther Domenig für 2022 in HEFT in Hüttenberg, ausgestellt.

» Was die Hand tut, was der Kopf tut, ist das Haus. Haus und Ereignis samt Menschen darin. Was ich aus meinem Inneren herauslasse und was ich hineintue, daran erfahre ich die Grenze. Was mich berührt, daran erfahre ich die Grenze noch einmal. Im übertragenen Sinn ist das Haus zugleich mein Körper – mein Fühlen – mein Denken. «

Günther Domenig

Mit Hilfe aktueller Technologien wie Motion Tracking und VR wird das Seminar die Komplexität der körperlichen Präsenz im Raum mit neuen formalen und ästhetischen Darstellungenmethoden anhand digitaler Skulpturen untersuchen.

* Eine Plastik im engeren Sinn ist ein Werk mit “additiven” Verfahren. Das heißt: Material wird hinzugefügt, aufgebaut: wie beispielsweise Bronze, Ton, Wachs, Gips etc. Eine Skulptur im engeren Sinn ist ein Werk mit “subtraktiven” Verfahren, das heißt: alles Material was aus einem Block abgetragen wird, sei es durch Schnitzen, Meißeln, Sägen, Feilen…

Bild:Jakob Lena Knebl

Lehrende:

Burkart Schwaighofer
Cenk Guzelis
Kathrin Aste

Semester:

SOSE 2022

Termin[e]:

08.03.2022, 10.00h bis 16.00h
15.03.2022, 10.00h bis 16.00h
22.03.2022, 10.00h bis 16.00h