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VO Transdisziplinäre künstlerische Praxis

OUT OF THE BOX – 8 Ausstellungsbesuche mit Florian Waldvogel und Karin Pernegger


Anhand ausgewählter Ausstellungsbesuche in Innsbruck, Tirol und den angrenzenden Bundesländern sollen aktuelle Diskurse und Theorien der zeitgenössischen Kunst besprochen und erfahrbar werden. OUT OF THE BOX, ist nicht nur der Titel der Personale des amerikanischen Architekten und Künstlers Gordon Matta-Clark (1943-1978) im Museum der Moderne in Salzburg, sondern steht für die gemeinsame Übung, die eigene Disziplin der Architektur mit gesellschaftsrelevanten und künstlerischen Fragestellungen aufzuladen. Besucht werden Ausstellung die sich kritisch mit kulturellen Konzepten der Gegenwart beschäftigen. Untersucht werden u.a. Themen wie Diversität, Gender, Klimakrise, Migration oder Post-Kolonialismus unter der Einbeziehung unterschiedlicher künstlerischen Arbeitsweisen.

 

Gelitin, Ferdiandeum Innsbruck - 18.10.21, 15.30 Uhr Führung, inklusive Vorstellung der Vorlesung

Seit dem 1. Juli 2021 verhelfen die vier Künstler von Gelatin den Besucher*innen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum zu neuen Blickwinkeln – auf kulturelle Werte, Tradition und die Räume der Tiroler Landesmuseen. Die Ausstellung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum erstreckt sich über drei Ebenen und präsentiert den Besucher*innen Objekte, die im ersten Moment hässlich, rätselhaft und verstörend wirken mögen. Bei längerer Betrachtung entpuppen sich jedoch auch positive Eigenschaften wie Lebensenergie und Schönheit.

 

Gordon Matta-Clark, Out of the Box, Museum der Moderne Mönchsberg, Salzburg – Sa 13.11. genaue Details finden sie bitte auf OLAT

Gordon Matta-Clark (1943–1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikal kritischen und am Gemeinsinn orientierten Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der als Architekt ausgebildete, früh verstorbene Künstler entwickelte in den 1970er-Jahren eine fundamentale Kritik modernistischer Architektur, die bis heute nachhallt. Er zerschnitt und zerlegte Gebäude, schuf völlig neue Raumerfahrungen und gab der Architektur Impulse für ein visionäres Verständnis, das auf sozialen und ökologischen Grundlagen basiert.

 

Susanne Liner, Stadtpfarrkirche Schwaz, Schwaz – Mo, 22.11. 15.30 -17 Uhr, alle weiteren Details zum Termin finden sie bitte auf OLAT

Die Schwazer Malerin Susanne Liner (1977) konzipierte eine Werkserie, die sie dem Thema Tod, Verlust und Trauer widmete. Hierzu wählt sie zur Ausstellung den besonderen Raum des Dachstuhls der Stadtpfarrkirche in Schwaz. Wir besprechen im Besonderen die Kombination zwischen Werk – Raum und Bedeutung im künstlerischen Prozess anhand der ausgestellten Bildwerke.

 

Peles Empire, Galerie Widauer, Erlerstr. 13, Innsbruck, Montag, 13.12.21, Beginn: 15.00 Uhr - Online

Peles Empire ist der Name einer Künstlergruppe, die seit 2005 Kunstwerke hauptsächlich auf Basis des rumänischen Schlosses Pelesschafft, welches in den Karpaten steht und in einem historisierenden Stil gestaltet wurde. In ihren Skulpturen und Installationen rekonstruieren, reproduzieren, kopieren und collagieren sie teilweise die Ausstattung des Schlosses mithilfe von Fotografien. Die Gruppe besteht aus Barbara Wolff und Katharina Stöver. Die Hinterfragung des Verhältnisses zwischen Original und Kopie und die repetitive Anwendung verschiedener Reproduktionsverfahren bilden Peles Empires Programm. Die Künstlergruppe widmet sich seit über einem Jahrzehnt dem Spiel zwischen Ursprung und Wiederholung: Die historische Bildvorlage all ihrer Werke bilden Fotografien des Schlosses Peleș in der rumänischen Stadt Sinaia. Die aktuellen Skulpturen und Rauminstallationen verweisen meist jedoch nur noch vage auf ihren durch die zahlreiche Kopie fast schon unsichtbaren Ursprung. Die Verbindung von Ausstellungsort und eigenem Werk ist ein programmatisches Prinzip für Peles Empire, das fortlaufend umgesetzt wird.

 

Riccardo Giacconi, „Options“, Tiroler Künstler:innenschaft, Kunstpavillon – Mo 06.12., 15.30 Uhr

Riccardo Giacconi widmet sich in seiner Ausstellung mit dem zeithistorischen Moment der „Option“ in Südtirol. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Südtiroler*innen die Option, entweder ins nationalsozialistische Österreich oder in andere Teile des Dritten Reichs auszuwandern, oder aber im faschistischen Italien zu bleiben. Giacconi erkundet politische Stimmungsbilder zwischen dem Zeitalter der sogenannten Südtirol-Option und dem gegenwärtigen politischen Klima in Europa. Seine Installation nutzt Volkskultur, politische Propaganda und Zeitzeugenberichte, Schattenspiele, Plakate, Film- und Tondokumente, um eine kritische Sicht auf Vorstellungen von Staatsbürgerschaft, Blut-und-Boden-Ideologie oder Migration zu gewinnen. Dieses Format bemühend, dekonstruiert er zugleich „Die zehn Gebote des Umsiedlers“, ein historisches Merkblatt, das an Optanten aus Südtirol bei ihrer Rückkehr „heim ins Reich“ ausgehändigt wurde. Giacconi spielt mit Fiktion, Abstraktion und dem Erzählen im historischen Präsens und verbindet die beiden mehr als siebzig Jahre auseinanderliegenden Zeitpunkte miteinander. Unsere heutigen Verhältnisse werden dabei durch die Linse eines vergangenen Ereignisses betrachtet. Die Ausstellung wurde 2019 vom Steirischen Herbst und dem Grazer Kunstverein beauftragt und wird für den Kunstpavillon adaptiert. 

 

Heidi Bucher, Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, München, Freitag, 14.01.22, Beginn: 15h

Mit Heidi Bucher (1926-1993) präsentiert das Haus der Kunst eine bedeutende und wiederzuentdeckende Künstlerin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen ergründet. Mit ihrer performativen Arbeit lenkt sie den Blick auf den Körper im Raum, dem sich Erlebnisse, Beziehungen und Emotionen einschreiben. Die Retrospektive stellt erstmals alle zentralen Werkgruppen der Öffentlichkeit vor, von den Anfängen über die experimentelle Zeit in Los Angeles und New York, das Hauptwerk mit den Architektur-Häutungen bis zum auf Lanzarote entstandenen Spätwerk.

Ausstellungsthema wird noch bekannt gegeben, Taxispalais kunsthalle tirol, mit Karin Pernegger

 

_4 Termine mit Karin Pernegger (Termine könnten sich noch ändern):

*13.11.21: Gordon Matta-Clark, Out of the Box, Museum der Moderne Salzburg, ganztägig

Abgesagt:   *22.11.21: Susanne Liner, Stadtpfarrkirche Schwaz, 15.30 Uhr

Abgesagt:   *06.12.21: Ricard Giacconi, Options, Tiroler Künstlerinnen:schaft im Kunstpavillon, 15.30-17 Uhr

Abgesagt:   *17.01.22: Gruppenausstellung, Taxispalais kunsthalle tirol

*26.01.2022: Ausstellungen Neue Galerie und Kunstpavillon via Zoom, 16.00-18.00 Uhr

 

_3 Termine mit Florian Waldvogel:

*18.10.21: Gelatin im Ferdinandeum, Innsbruck

*13.12.21: Peles Empire, Galerie Widauer, Innsbruck, Beginn: 15 Uhr; findet online statt, Link folgt.

* Abgesagt: 14.01.22: Heid Bucher, München - Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, Beginn: 15 Uhr

 

WICHTIG alle ERGÄNZUNGEN und TERMINE finden sie bitte auf OLAT!

 

Prüfungsmodus:

Bitte vergleichen Sie zwei in der Vorlesungsreihe vorgestellten Ausstellung anhand ihrer Präsentation oder Thematik. Umfang des Essays mindestens 5.000 Zeichen inkl. Leerzeichen.

Der Essay ist bis spätestens zum jeweiligen Prüfungstermin an den zur Verfügung gestellten Fileshare hochzuladen, siehe nachfolgend.

 

Prüfungstermine:

1. Termin Mo 07.03.2022:
Der Essay ist auf folgenden Fileshare hochzuladen: https://fileshare.uibk.ac.at/u/d/3befd8534e6a474dbe22/
2. Termin Mo 02.05.2022
Der Essay ist auf folgenden Fileshare hochzuladen: https://fileshare.uibk.ac.at/u/d/1f34b02037c441d4ad09/
3. Termin Mo 13.06.2022
Fileshare folgt
4. Termin Mo 03.10.2022
Fileshare folgt
5. Termin Mo 21.11.2022
Fileshare folgt
6. Termin Mo 16.01.2023
Fileshare folgt

 

 

 

 

 

Lehrende:

Florian Waldvogel
Karin Pernegger

Semester:

WS 21-22

Termin[e]:

18.10.2021, 15.30h
Treffpunkt: Ferdinandeum Innsbruck (Museumstr. 15), Ausstellung GELITIN